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Stellungnahme der Schweizerischen Gesellschaft für pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie (SSEDP) zur COVID-19-Impfung:

Laut der Arbeitsgruppe der Schweizerischen Gesellschaft für pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie (SSEDP/SGPED) haben Kinder und Jugendliche mit Typ 1 Diabetes, selbst wenn sie einen HbA1c-Wert ≥ 8% haben, gemäss heutigem Wissensstand kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf im Falle einer COVID-19 Erkrankung. Kinder und Jugendliche mit Typ 1 Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe, aber eine Impfung wird ab dem Alter von 5 Jahren empfohlen.


Häufig gestellt Fragen

Impfung

Wird die Impfung meines Kindes derzeit empfohlen?


Die SGPED schliesst sich den Empfehlungen von "pädiatrie schweiz" und der Eidgenössischen Kommission für Impffragen auch für Kinder und Jugendliche mit Diabetes an:

Die Impfung ist auch für Kinder ab 5 Jahren wirksam und sicher. In den USA wurden bereits acht Millionen Dosen an Kinder im Alter von 5-12 Jahren verabreicht. Der Diabetes stellt keine Kontraindikation für die Impfung dar, und es sind durch die Impfung keine Diabetes-Komplikationen zu erwarten. Eine aktuelle Studie zeigt, dass zwei Dosen des Pfizer-BioN-Tech-Impfstoffs COVID-19 Kinder im Alter von 12 bis 18 Jahren vor dem Multisystemischen Entzündungssyndrom (MIS-C oder PIMS genannt) geschützt haben. Es handelt sich hier um eine schwerwiegende, wenn auch seltene Komplikation der Infektion mit dem Virus. MIS-C kann sich zwei bis sechs Wochen nach der Infektion, vor allem der Delta-Variante, entwickeln. Diese amerikanische Studie kommt zu dem Schluss, dass die Wirksamkeitsrate des Impfstoffs zum Schutz vor MIS-C 91 % betrug. Alle Kinder, die einen Aufenthalt auf der Intensivstation benötigten, waren nicht geimpft. Diese Komplikation kann bei allen Kindern- unabhängig davon, ob sie Diabetes haben oder nicht, auftreten und der Schutz davor sollte beim Entscheid bezüglich Kinderimpfung
berücksichtigt werden. 

Sie können Ihr Kind auf der folgenden Website für die Impfung anmelden: https://bagcoronavirus.ch/impfung/

18.01.2022 

 

 


Gelten für mein Kind mit Diabetes oder anderer Hormonstörung andere Regeln ?

Die derzeitige Datenlage weisen darauf hin dass bei Kindern mit Typ 1 Diabetes oder einer anderen Hormonstörung sehr gute Chance bestehen dass sie auch bei einer Exposition nicht schwer beeinträchtigt sind. Daher gelten für Kinder mit Diabetes die gleichen Regeln wie für jedes andere Kind in der Schweiz ohne Gesundheitsbeeinträchtigung. Wir empfehlen wie für jedes andere Kind die allgemeinen Massnahmen und Empfehlungen des Bundes zu befolgen.



Empfehlungen bei Endokrinopathie*:

Diabetes Typ 1

Keine Einschränkung

Endokrinopathien unter Hormonsubstitution

Keine Einschränkung

Übergewicht

Keine Einschränkung

Adipositas (BMI>97P) inklusive schwere Adipositas (BMI>99) ohne Co-Morbiditäten

Keine Einschränkung

Syndromale Adipositas (Prader Willi etc) und Adipositas (BMI>97P) mit Vorliegen von Co-Morbiditäten wie Herz-/Kreislauferkrankungen, Diabetes Mellitus, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz oder Atemstörungen

Diese Patienten sind möglicherweise anfälliger für die Auswirkungen einer Infektion mit SARS CoV-2 und haben ein höheres Risiko für schwerwiegende Komplikationen.

 

Eine individuelle Beurteilung ist erforderlich.

*Die Empfehlungen können bei Publikation neuer Daten geändert werden


Und wenn mein Kind mit Diabetes oder einer anderer Hormonstörung an COVID-19 erkrankt ?

Allgemein gilt bei  COVID-19 Erkrankung, wie bei jeder Krankheit, dass wenn ihr Kind Symptome wie Husten, hohes Fieber und Atemnot haben sollte, Ihr Kind das Insulin oder die verschriebene Hormonersatztherapie unbedingt weiter nehmen muss. Es gelten die üblichen Regeln der Insulin-Therapieanpassung und –überwachung oder der Hormontherapie-Anpassung (z.B. die Erhöhung einer Hydrokortison-Dosierung) , wie bei jeder Erkrankung. Sie können bei Fragen zur Diabetesbehandlung im Krankheitsfall jederzeit den Telefondienst Ihres Diabetes- oder Endokrinologenteams anrufen.

Wenn Ihr Kind an Diabetes leidet und Sie glauben, dass es möglicherweise dem Coronavirus ausgesetzt waren oder erkrankt sein könnten, befolgen bitte Sie die aktuellsten Ratschläge des Bundesrates


Wie kann der Diabetes während der Krankheit kontrolliert werden?

Allgemeine Prinzipien des Diabetesmanagements während der Krankheit (modifiziert von den ISPAD-Richtlinien) :

  • Häufigere Überwachung von Blutzucker und Ketonen (Blut oder Urin).
  • Blutzuckerwerte zwischen 4 und 10 mmol/L und Blutketone unter 0,6 mmol/L, wenn das Kind krank ist.
  • NIEMALS INSULIN STOPPEN: Wenn FIEBER vorliegt, ist der Insulinbedarf in der Regel erhöht.
  • Überwachen und erhalten Sie die Flüssigkeitsaufnahme mit einem angemessenen Gleichgewicht von Salz, Wasser und Zucker.
  • Behandeln Sie die Krankheit und die zugrundeliegenden Symptome (Fieber), vorzugsweise mit Paracetamol.

Dringender Rat von Ihrem pädiatrischen Diabetologen sollte eingeholt werden bei

  • Anhaltendem Fieber oder Erbrechen und/oder deutlichem Gewichtsverlust, was auf eine erhöhte Dehydrierung (Wasserverlust) hindeutet.
  • fruchtigem Atemgeruch (Aceton), der bestehen bleibt oder sich verschlechtert  / Blutketonkörper >1,5 mmol/l oder erhöhte Harnketone trotz zusätzlicher Gabe von Flüssigkeit, Insulin und Zucker .
  • Erschöpfung, Verwirrtheit, Hyperventilation oder bei starken Bauchschmerzen.
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